Novella
Chapter 3 of 4
Vorwort: Dieser kurze Einblick in Tinas Leben mit ihrem Androiden steht als eigenständige Kurzgeschichte in der – hoffentlich bald fortgesetzten – Reihe.
Tina hastete von ihrem Schrank zu ihrem Bett und wieder zurück. Jedesmal hatte sie ein anderes Kleidungsstück in der Hand. Ihren einzigen Reisekoffer hatte sie mitten und offen auf ihr Bett gelegt. Links und rechts daneben lag je ein Stapel für "vielleicht" und "ganz sicher nicht". Ihr rotes Samtkleid lag neben langer Unterwäsche und ihrem Schlafanzug schon im Koffer. Ja, das rote Samtkleid war kitschig, aber es passte zu Weihnachten und es gefiel ihrer Mutter so gut.
Es würden nur fünf Tage sein, die sie über Weihnachten bei ihren Eltern verbringen würde. Aber sie wusste nicht, was sie mitnehmen sollte. Wie jeden 24.12. musste sie und die ganze Verwandschaft zum Weihnachtsessen bei ihren Eltern sein. Knapp drei Stunden hatte sie noch. Etwas über zwei würde sie mit dem Auto brauchen. Sie verfluchte sich dafür, dass sie nicht früher gepackt hatte. Aber wenigsten die Geschenke für ihre Neffen und Nichten waren schon im Auto.
„Sie machen eine Reise?”, fragte Andro.
Tina hatte nicht bemerkt, dass Andro in ihr Schlafzimmer gekommen war.
„Es ist Weihnachten und ich fahre für ein paar Tage zu meinen Eltern.“, antwortete Tina ohne aufzublicken und stopfte ihren besten Strickpulli in den Koffer.
„Ich werde dir beim Einpacken helfen.“, sagte er.
„Ich brauch keine Hilfe! Ich muss mich beeilen, sonst komme ich zum Weihnachtsessen zu spät.“, sagte Tina und scheuchte ihn mit den Händen weg.
Andro trat ans Bett und begann eine Blouse zu falten, das Tina auf das Bett geworfen hatte, um es dann in den Koffer zu legen.
„Nein! Das nicht!“, rief Tina hastig und warf eine Blouse wieder raus.
Andro sah stumm zu, wie seine frisch gefaltete Blouse zerknüllt und herumgeworfen wurde.
„Du bist keine Hilfe! Geh raus!“, scheuchte sie ihn weg und machte in Gedanken einen Vermerk, dass sie Andro vor der Abfahrt abstellen musste.
Andro ging ohne ein Wort zu sagen um das Bett und zielgerichtet auf den Kleiderschrank zu. Er öffnete die linke Tür und scannte die Gürtel, die er vor einiger Zeit nach Größe sortiert aufgehängt hatte. Er griff den bereitesten und schwersten. Er nahm ihn zum Koffer und begann ihn aufzuwickeln.
„Den brauch ich nicht.“, sagte Tina verwundert über sein Verhalten.
„Doch! Den wirst du brauchen!“, sagte Andro und steckte den Gürtel in eine Ecke des Koffers.
„Nein, den brauch ich nicht!“, sagte sie hektisch und holte den Gürtel wieder aus dem Koffer. Doch dann hielt sie inne und starrte auf den Gürtel in ihrer Hand. Er hatte plötzlich vom „Sie“ wieder ins „Du“ gewechselt und das war der Gürtel, den er sie schon oft spüren lassen. Sie begriff, dass er den Gürtel nicht zum Tragen vorgesehen hatte. Tina sah ihn von unten an. Erwartete er, dass sie ihn mitnimmt?
„Du wirst mich damit nicht bestrafen können.“, sagte sie und fügte kleinlaut – fast entschuldigend – hinzu: „Ich kann dich nicht mitnehmen.“
„Du wirst mir jeden Tag ein Video von dir schicken, indem du dich selbst filmst, wie du dich vollkommen nackt selbst mit dem Gürtel auf deinen Po schlägst!“, befahl er.
„Was?“, fragte Tina entsetzt.
Sie wusste nicht, wie ihre Eltern die Raumaufteilung mit all dem Besuch geplant hatte. Sie wusste nicht, ob oder mit wem sie sich ihr altes Kinderzimmer – nun ein Gästezimmer – teilen werden müsste. Sie würde sicher nicht die Privatsphäre bekommen, die sie für das Umsetzten seines Befehls bräuchte. Und selbst, wenn sie allein in ihrem alten Zimmer wäre, würde man das laute Klatschen von Leder auf nackter Haut hören. Er musste nicht aussprechen, dass er harte Schläge verlangte.
„Ich werde nicht allein sein!“, erklärte sie, um ihn von seinem Vorhaben abzubringen.
„Am ersten Tag wirst dich sechs mal selbst auf den Po schlagen.“, erklärte er, ohne auf ihre Einwände einzugehen.
„Die anderen werden mich hören!“, versuchte sie es weiter.
„An jeden weiteren Tag wirst du je sechs Schläge hinzufügen.“, führte er seine Anweisungen weiter aus.
„Andro! Bitte! Ich kann nicht!“, flehte sie entsetzt, weil er nicht von seinem Verlangen abzubringen war.
Ihr war absolut klar, dass er sie nach dem Kurzurlaub richtig hart züchtigen würde, wenn sie seinen Befehlen nicht folge leistet. Sie wollte die Silvesterparty bei ihrer Freundin nicht wund geprügelt überstehen müssen.
„Nach jeder Selbst-Kasteiung wirst du 15 Minuten nackt vor einer Wand knien.“, fügte er seinem Befehl hinzu.
Tina verstummte und überlegte, wie sie am meisten Befriedigung aus seinem seltsamen Anfall von „Disziplin aus der Ferne“ herausholen konnte, ohne am Ende zu hart von Andro rangenommen worden zu sein.
„Desweiteren ist es dir während des gesamten Urlaubs untersagt, dich selbst zu befriedigen.“, stellte er klar.
Tina seufzte. Das hatte sie erwartet. Das würde er nicht kontrollieren können.
„Kommt das Video nicht vor 24 Uhr, wirst du bestraft! Knallt der Gürtel nicht hörbar laut, wirst du bestraft! Hinterlassen die Schläge keine roten Striemen, wirst du bestraft! Kniest du auch nur eine Sekunde zu wenig, wirst du bestraft!“, stellte er unmissverständlich klar.
Tina nickte brav. Er hätte nicht aussprechen müssen, dass ihr eine ganze Reihe Strafen droht, wenn sie nicht gehorcht.
„Brauchst du nun Hilfe beim Packen?“, fragte er.
„Ja.“, sagte sie kleinlaut.
„Zieh dich aus!“, befahl er.
„Wie soll mir das helfen?“, fragte sie. Das Aus- und später wieder anziehen würde nur noch mehr Zeit kosten, als er ihr ohnehin schon genommen hatte.
„Ich gebe dir 10 Minuten, um deinen Koffer zu packen. Danach beginne ich dich mit einem Gürtel zu peitschen, bis du fertig bist.“, drohte er und fügte hinzu: „Dass sollte dir genug Motivation geben, um nicht zum Weihnachtsessen deiner Eltern zu spät zu kommen.“
Tina schluckte schwer und beeilte sich aus Hemd und Jeans zu kommen. Tina wusste, dass er mit „Peitschen mit dem Gürtel“ die volle Länge eines Gürtels einsetzen würde. Unter anderen Umständen wäre diese Erfahrung sicher interessant, aber beim Großen Essen vor Schmerzen nicht ruhig sitzen zu können, war an dem Tag keine Option.
Tina stopfte alle Sachen in den Koffer, bei denen sie unsicher war und drückte den Koffer mit ihrem Gewicht zu. In Rekordzeit war sie fertig. Den breiten Gürtel vergaß sie sicher nicht. Sie hatte keine Ahnung, wie sie es anstellen sollte, sich unbemerkt selbst zu schlagen.
„Sehr gut. Du brauchst nur die richtige Motivation.“, sagte er.
Tina fühlte sich gelobt und demütigt gleichermaßen.
„Ich erwarte das erste Video heute vor 24 Uhr.“, stellte er klar.
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