Novella
Birke Becker presents
5.0 (6)
Chapter 9 of 17
Wenige Stunden später fand sich Annegret in einer eleganten Kutsche wieder, die sie vom Gefängnis wegführte. Die grobe Gefängniskleidung war ihr abgenommen worden, und sie trug nun ein einfaches, aber sauberes Kleid. Die blauen Flecken auf ihrem Körper waren noch immer schmerzhaft, aber die frische Luft und das Gefühl der Freiheit, wenn auch nur eine vorübergehende, waren eine Wohltat.
Die Kutsche fuhr durch eine malerische Landschaft, vorbei an sanften Hügeln und dichten Wäldern, bis schließlich in der Ferne eine imposante Burg auf einem Hügel erschien. Ihre Mauern waren alt und ehrwürdig, ihre Türme ragten majestätisch in den Himmel. Die Burg des Prinzen. Annegret spürte, wie ihr Herz wieder schneller schlug. Eine neue Art von Angst, aber auch eine seltsame Neugier.
Als die Kutsche den Burghof erreichte, wurde Annegret von einem Diener empfangen und in das Innere geführt. Die Burg war prächtig, aber auch kühl und unpersönlich. Hohe Decken, dunkle Holzvertäfelungen, schwere Teppiche. Sie wurde in ein kleines, aber komfortables Zimmer gebracht, das anders war als alles, was sie seit ihrer Ankunft im Internat gekannt hatte. Ein weiches Bett, ein kleiner Schreibtisch, ein Fenster mit Blick auf den Burghof.
Kurz darauf klopfte es an der Tür, und eine Frau trat ein. Sie war groß und schlank, mit streng zurückgekämmtem Haar und einem ernsten, unbewegten Gesicht. Ihre Kleidung war dunkel und makellos. Dies musste die Hausdame sein, von der Dr. von Ehrenfels gesprochen hatte.
„Fräulein Lutz“, sagte die Hausdame, ihre Stimme war kühl und klar. „Mein Name ist Frau Schmidt. Ich bin die Hausdame des Prinzen. Ich bin für Ihre… Erziehung während Ihres Aufenthalts hier zuständig.“
Annegret nickte stumm.
„Sie werden sich umgehend entkleiden“, fuhr Frau Schmidt fort, ohne zu zögern. „Wir werden mit Ihrer ersten Lektion beginnen. Disziplin und Gehorsam sind die Grundpfeiler eines zivilisierten Lebens, und Sie haben in dieser Hinsicht noch viel zu lernen.“
Annegret spürte, wie ihr Gesicht heiß wurde. Wieder diese Demütigung. Aber sie hatte sich entschieden. Sie würde es ertragen. Mit zitternden Händen begann sie, ihr Kleid abzulegen. Frau Schmidt beobachtete sie mit unbewegter Miene, ihre Augen nahmen jedes Detail wahr. Als Annegret nackt vor ihr stand, nickte Frau Schmidt.
„Sehr gut, Fräulein Lutz. Nun, beugen Sie sich über diesen Stuhl. Wir werden mit einer Lektion in Demut beginnen.“
Annegret gehorchte. Der Stuhl war aus dunklem Holz, seine Lehne war niedrig. Sie legte sich darüber, ihr nacktes Gesäß war der Hausdame preisgegeben. Ein Gefühl der Hilflosigkeit ergriff sie, doch sie presste die Lippen aufeinander. Sie würde stark sein. Sie würde diesen Monat überstehen.
Frau Schmidt nahm einen dünnen, flexiblen Rohrstock von einem kleinen Tisch. Er war länger und dünner als der, den der Direktor benutzt hatte, und Annegret spürte einen Stich der Angst.
„Dies ist der Anfang Ihrer Erziehung, Fräulein Lutz“, sagte Frau Schmidt, ihre Stimme war ruhig, aber unerbittlich. „Jeder Schlag wird Sie daran erinnern, dass Gehorsam und Respekt unerlässlich sind. Und dass Ungehorsam Konsequenzen hat.“
Der erste Hieb zischte durch die Luft und traf Annegrets nacktes Gesäß mit einem scharfen, brennenden Knall. Annegret schrie auf, ein lauter, schmerzverzerrter Schrei, der in dem kleinen Raum verhallte. Der Schmerz war intensiver, als sie es erwartet hatte, schärfer und tiefer als die Schläge des Direktors. Frau Schmidt schlug mit präziser, unerbittlicher Kraft, und jeder Hieb war ein brennender Stich, der Annegrets Haut rot färbte und erste Striemen hinterließ.
Die Lektion dauerte an. Fünf, zehn, fünfzehn Schläge. Annegret wimmerte, ihre Tränen flossen nun ungehindert über ihr Gesicht. Doch Frau Schmidt hörte nicht auf. Sie schlug weiter, ihre Bewegungen waren gleichmäßig und unerbittlich. Annegret verlor das Gefühl für die Zeit, ihr Körper war ein einziger Schmerz. Sie wusste, dass dies erst der Anfang war. Der Monat der Schande hatte begonnen.
Der erste Tag auf der Burg war eine endlose Abfolge von Demütigungen und Schmerz. Nach der ersten Züchtigung durch Frau Schmidt wurde Annegret angewiesen, sich anzuziehen – nicht ihr eigenes, sauberes Kleid, sondern ein grobes, graues Leinengewand, das an die Gefängniskleidung erinnerte, nur ohne die Holzschuhe. Ihre eigenen Kleider wurden ihr abgenommen.
„Dies ist Ihre Arbeitskleidung“, erklärte Frau Schmidt. „Sie werden sich in den nächsten Wochen nützlich machen. Faulheit wird nicht geduldet.“
Annegret wurde in die Küche geführt, ein riesiger, geschäftiger Raum, erfüllt vom Klappern von Töpfen und Pfannen und dem Geschwätz der Mägde. Frau Schmidt wies sie an, den Boden zu schrubben, dann Gemüse zu putzen, dann Töpfe zu spülen. Die Arbeit war hart und ungewohnt, ihre Hände wurden rau und wund. Die Mägde, die sie anfangs mit neugierigen, dann mit abfälligen Blicken musterten, mieden sie. Sie war die „Prinzessin“, die nun schmutzige Arbeit verrichten musste. Einige von ihnen tuschelten und kicherten, als sie Annegrets gerötetes Gesäß bemerkten, das sich unter dem dünnen Leinengewand abzeichnete.
Am Nachmittag wurde Annegret in den Garten geschickt, um Unkraut zu jäten. Die Sonne brannte auf ihren Rücken, und ihre Muskeln schmerzten. Sie spürte, wie sich Blasen an ihren Händen bildeten. Doch sie arbeitete weiter, verbissen, entschlossen, diesen Monat zu überstehen.
Am Abend, nach einem kargen Abendessen mit den Mägden, wurde Annegret erneut in ihr Zimmer gerufen. Frau Schmidt wartete bereits.
„Nun, Fräulein Lutz“, sagte sie, ihre Stimme war unbewegt. „Zeit für Ihre zweite Lektion.“
Annegret spürte, wie ihr Magen sich zusammenzog. Sie hatte gehofft, dass die Züchtigung nur einmal am Tag stattfinden würde. Doch Frau Schmidt hatte von „regelmäßigen“ Züchtigungen gesprochen.
Wieder musste sich Annegret entkleiden und sich über den Stuhl beugen. Die Schläge folgten, unerbittlich und schmerzhaft. Frau Schmidt schien ihre Kraft zu steigern, und Annegret schrie auf, ihre Tränen flossen ungehindert. Die Striemen auf ihrem Gesäß wurden tiefer, blutunterlaufen.
Nach der Züchtigung wurde Annegret angewiesen, sich anzuziehen und ins Bett zu gehen. Sie lag da, ihr Körper war ein einziger Schmerz, ihr Geist war erschöpft. Doch in der Dunkelheit der Nacht, als die Schmerzen am schlimmsten waren, regte sich in Annegret ein neuer Gedanke. Ein Gedanke an Widerstand. Sie würde sich nicht brechen lassen. Sie würde diesen Monat überstehen, und dann würde sie frei sein. Frei von Klothilde, frei von der Burg, frei von dieser ganzen Welt, die sie so grausam behandelt hatte.
Die Tage auf der Burg waren ein grauenvoller Rhythmus aus harter Arbeit, Demütigung und schmerzhaften Züchtigungen. Annegrets Körper war bald ein Mosaik aus blauen Flecken und Striemen, ihre Hände rau und schwielig. Doch ihr Geist, obwohl gequält, wurde nicht gebrochen. Sie zählte die Tage, die noch blieben, wie ein Gefangener die Striche an der Wand zählt, ein verbissener Countdown bis zur Freiheit.
Eines Nachmittags, als Annegret im weitläufigen Rosengarten des Prinzen Unkraut jäten sollte, hörte sie plötzlich ein Geräusch, das ihr das Blut in den Adern gefrieren ließ: helles, spöttisches Lachen. Es war Klothilde. Und nicht nur sie. Fünf weitere Mädchen, alle in eleganten Sommerkleidern, schlenderten den Kiesweg entlang. Es waren Klothildes engster Kreis aus dem Internat: Adelheid, Friederike, und drei weitere Mädchen, deren Gesichter Annegret von den oberen Reihen der Aula kannte.
„Seht nur, wer da ist!“, rief Klothilde, ihre Stimme triefte vor süßlicher Bosheit. „Unsere kleine Lutz! Ich wusste gar nicht, dass mein Vater neuerdings auch Gärtnerinnen einstellt.“
Die Mädchen kicherten. Annegret erstarrte, ihr Blick war auf den Boden geheftet. Sie hatte gehofft, Klothilde hier niemals zu begegnen. Es waren Ferien, und Klothilde verbrachte diese offenbar mit ihren Freundinnen auf der Burg des Prinzen. Ein kalter Schauer lief ihr über den Rücken. Die Härte des Gefängnisses war nichts im Vergleich zu der raffinierten Grausamkeit dieser Mädchen.
Klothilde trat näher, ihre feinen Lederschuhe knirschten auf dem Kies. „Na, Lutz. Scheint, als hättest du deine Lektion noch nicht ganz gelernt. Aber keine Sorge, wir sind ja hier, um dir auf die Sprünge zu helfen.“ Sie beugte sich vor, ihre Stimme senkte sich zu einem kaum hörbaren Flüstern, das nur Annegret hören konnte. „Mein Vater hat dafür gesorgt, dass du hier bist. Und das hatte einen Grund. Wir werden dafür sorgen, dass du deine Strafe bis zum letzten Tropfen auskosten wirst.“
Annegret spürte, wie ihr Gesicht heiß wurde. Sie hob den Kopf, ihre Augen trafen Klothildes Blick. In Klothildes Augen lag ein kalter, triumphierender Glanz.
Der Abend dieses Tages war für Annegret eine neue Art von Hölle. Nach einem langen Tag harter Arbeit wurde sie von Frau Schmidt nicht wie üblich in ihr Zimmer gebracht, sondern in den großen Speisesaal. Der Raum war festlich beleuchtet, die lange Tafel war reich gedeckt mit Speisen und Getränken. Doch Annegret wurde nicht an den Tisch geführt. Stattdessen stand in der Mitte des Saales, vor dem Kamin, ein massiver, alter Holzbock.
Klothilde und ihre fünf Freundinnen saßen bereits am Tisch, in eleganten Abendkleidern, ihre Gesichter strahlten vor Schadenfreude. Der Prinz war nicht anwesend, offenbar überließ er die „Erziehung“ seiner Nichte und ihren Freundinnen.
„Fräulein Lutz“, sagte Frau Schmidt, ihre Stimme war kühl und unbewegt. „Der Prinz hat angeordnet, dass Ihre abendliche Lektion in Zukunft in Anwesenheit von Fräulein von Hohenzollern und ihren Freundinnen stattfinden wird. Sie werden die Züchtigung verabreichen, um Ihnen die Bedeutung von Respekt und Gehorsam zu lehren.“
Annegrets Magen zog sich zusammen. Sie musste sich vor ihnen entblößen. Vor Klothilde. Die Demütigung war unerträglich.
„Entkleiden Sie sich, Lutz“, befahl Klothilde, ihre Stimme war süßlich, aber voller Autorität. „Und beugen Sie sich über den Bock. Wir haben heute Abend viel zu besprechen.“
Annegret gehorchte mechanisch, ihre Hände zitterten, als sie ihr grobes Leinengewand ablegte. Die Blicke der Mädchen brannten auf ihrer nackten Haut. Sie legte sich über den Holzbock, ihr Gesäß war den Blicken der Mädchen preisgegeben.
Klothilde stand auf, ihre Augen glänzten. Sie nahm einen dünnen, flexiblen Rohrstock, der auf einem Beistelltisch lag. „Zuerst bin ich dran, Lutz“, sagte sie, ihre Stimme war ein triumphierendes Flüstern. „Dann meine Freundinnen.“
Der erste Hieb traf Annegrets nacktes Gesäß mit einem scharfen, peitschenden Knall. Annegret schrie auf, der Schmerz war brennend und intensiv. Klothilde schlug weiter, ihre Schläge waren präzise und voller kalter Wut. Fünf, zehn, fünfzehn Schläge. Annegret wimmerte, ihre Tränen flossen ungehindert. Die Mädchen am Tisch kicherten und tuschelten, genossen das Spektakel.
Nach Klothilde war Adelheid an der Reihe. Dann Friederike. Jedes Mädchen nahm den Rohrstock und verabreichte Annegret eine Reihe von Schlägen, ihre Gesichter waren eine Mischung aus Vergnügen und einer seltsamen, fast rituellen Ernsthaftigkeit. Annegrets Gesäß war bald ein blutunterlaufener, geschwollener Klumpen, doch die Schläge hörten nicht auf.
Diese abendlichen Lektionen wurden zur grausamen Routine. Jeden Abend, nach einem langen Tag harter Arbeit, wurde Annegret in den Speisesaal gebracht, wo sie sich vor Klothilde und ihren Freundinnen entblößen und sich über den Holzbock beugen musste. Jedes Mädchen nahm abwechselnd den Rohrstock und verabreichte Annegret ihre „Lektion“. Die Schläge waren unerbittlich, die Demütigung vollständig. Annegret lernte, den Schmerz zu ertragen, ihre Schreie zu unterdrücken, ihre Tränen zu verbergen. Doch ihr Geist, obwohl gequält, wurde nicht gebrochen. Sie hasste diese Mädchen, den Prinzen, diese ganze Welt, die sie so grausam behandelte. Und in ihrem Herzen wuchs ein kalter, fester Entschluss: Sie würde überleben. Und sie würde niemals vergessen.
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