Beratungsgespräch - Eine Fortsetzung der Internatsgeschichte von orsgeschichten - Chapter 21 | Fet Library

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Birke Becker presents

Beratungsgespräch - Eine Fortsetzung der Internatsgeschichte von orsgeschichten

4.6 (9)

Extreme
Heavy
Light

Chapter 21 of 34

Corinna gerät in Schwierigkeiten ...

Die Luft im Latein-Klassenzimmer war wie immer: dickflüssig vor Anspannung und dem Geruch von Bohnerwachs. Elsie saß in der dritten Reihe, den Blick starr auf die konjugierten Verben in ihrem Buch gerichtet, aber ihre Gedanken waren bei ihrer besten Freundin Corinna, die neben ihr saß. Corinna war blass, ihre Finger zitterten kaum merklich, während sie an ihrem Stift kaute. Sie hatten die ganze Nacht zusammen für den unangekündigten Test gelernt, aber Latein war Corinnas Achillesferse. Die komplexen Grammatikregeln schienen in ihrem Kopf einfach keinen Halt zu finden.

Frau Dr. Adler, die Lehrerin, war eine hagere Frau mit einer Brille, die ihre Augen zu vergrößern schien, und einer Vorliebe für die unbarmherzige Logik der römischen Disziplin. Sie schritt langsam durch die Reihen und ihr Blick war wie der eines Raubvogels, der nach schwacher Beute Ausschau hielt.

„Corinna“, sagte sie, und ihre Stimme schnitt durch die Stille. „An die Tafel. Konjugiere das Deponens ‚hortari‘ im Konjunktiv Präsens.“

Ein leises, kollektives Luftholen ging durch die Klasse. Ein Deponens. Im Konjunktiv. Corinna wurde noch blasser. Zitternd stand sie auf und ging nach vorne, ihre schwarzen Schuhe machten leise, unsichere Geräusche auf dem polierten Boden. Elsie spürte, wie sich ihr Magen zu einem kalten Knoten zusammenzog.

Corinna nahm die Kreide. Ihre Hand zitterte so sehr, dass die ersten Buchstaben zu einem unleserlichen Gekritzel wurden. Sie begann: „Horto, hortas…“ Sie hielt inne, ihr Gesicht wurde noch blasser. Das war der Indikativ, nicht der Konjunktiv. Und es war ein Deponens, das wusste sie, aber wie bildete man noch mal die Formen?

„Wir warten, Corinna“, sagte Frau Dr. Adler, ihre Stimme war gefährlich sanft.

Corinna stammelte, versuchte es erneut, verwechselte die Endungen. Es war ein schmerzhaftes Schauspiel des Versagens.

Nach einer quälenden Minute legte Frau Dr. Adler ihren Stift nieder. „Genug“, sagte sie. „Das ist nicht nur Unwissenheit. Das ist eine Beleidigung. Eine Beleidigung für die Sprache Ciceros und für die Zeit, die wir alle hier investieren.“

„Du kennst das Protokoll für ein Versagen dieser Größenordnung, Corinna. Ziehe dich aus. Zwei Tage ohne Kleidung werden dir gut tun.“

Corinnas Augen füllten sich mit Tränen. Langsam, mit unendlich langsamen, demütigenden Bewegungen, begann sie, sich auszuziehen. Sie zog ihre Schuhe aus, die weißen Söckchen. Sie knöpfte ihre Bluse auf, ihre Finger waren steif und ungeschickt. Sie zog den blauen Faltenrock aus. Schließlich der BH und der Slip. Sie stand nackt vor der Klasse, ihre Arme versuchten vergeblich, ihren zitternden Körper zu bedecken. Einige Jungen lachten unterdrückt; zwei Mädchen, die, im Gegensatz zu Corinna, selber schon gut entwickelte Brüste zu bieten hatten, glucksten gemein.

„Hände auf den Rücken“, befahl Frau Dr. Adler. „Du wirst für den Rest der Stunde in der Ecke stehen und über dein Versäumnis nachdenken. Gesicht zur Klasse. “

Corinna ging schluchzend in die Ecke und stellte sich mit dem Gesicht zur Wand.

Elsie starrte auf die nackte, zitternden Figur ihrer Freundin und spürte eine Welle von hilfloser Wut in sich aufsteigen. Aber es kam noch schlimmer.

Frau Dr. Adler ging zu ihrem Pult, öffnete eine Schublade und holte eine kleine, mit Samt ausgelegte Schachtel hervor. Darin lagen die farbigen Klammern. Sie nahm zwei blaue heraus.

„Da dein Versagen so vollständig war“, sagte die Lehrerin, „und um sicherzustellen, dass die Lektion nachhaltig ist, wird eine zusätzliche Maßnahme verhängt.“

Sie ging zu Corinna, die nackt und zitternd in der Ecke stand. Mit einer schnellen, unpersönlichen Bewegung befestigte Frau Dr. Adler die beiden blauen Klammern an Corinnas kleinen, unentwickelten Brustwarzen. Corinna stieß einen erstickten Schmerzenslaut aus.

Zwei blaue Klammern an dieser Stelle. Jeder wusste, was das bedeutete. Blau stand für zwölf Schläge. Zwei Klammern verdoppelten die Strafe. Vierundzwanzig Schläge auf den nackten Po. Aber die Platzierung an den Brüsten signalisierte eine besonders demütigende Form der Züchtigung. Ein Besuch in der Strafsuite war nun unausweichlich. Ihr erster. Seit dem Vortag wußte sie, was das bedeutete. 

Nach der Stunde fand Elsie ihre Freundin weinend in ihrem Zimmer. Corinna saß nackt und zitternd auf ihrem Bett.

„Ich habe solche Angst, Elsie“, schluchzte sie. „Ich war noch nie dort. Sie sagen, es ist… schrecklich. Die Maschine…“

Elsie nahm ihre Freundin in den Arm, obwohl sie selbst vor Angst zitterte. „Du bist nicht allein“, sagte sie mit einer Überzeugung, die sie nicht fühlte. „Ich komme mit. Ich werde im Zuschauerraum sitzen. Du wirst mich sehen, und du wirst wissen, dass ich da bin. Ich lasse dich nicht allein.“

Sie wusste nicht, wie naiv ihre Worte waren. Sie wusste nicht, dass die dicke Glasscheibe der Suite ein Einwegspiegel war.

Am Abend um acht Uhr betrat Elsie den dunklen, kalten Zuschauerraum. Es waren nur wenige andere Schüler da, ältere Präfekten, die teilnahmslos in den hinteren Reihen saßen. Elsie setzte sich nach vorne, so nah wie möglich an die riesige, schwarze Scheibe, die wie ein monolithischer Grabstein vor ihr aufragte.

Plötzlich flackerte hinter dem Glas Licht auf. Der weiße, sterile Raum der Strafsuite wurde sichtbar, so hell und unbarmherzig wie in den schlimmsten Gerüchten. Elsie sah die Maschine in der Mitte, ein Albtraum aus Chrom und weißen Polstern.

Die Tür auf der anderen Seite ging auf, und Corinna wurde von zwei Präfekten hereingeführt. Sie war immer noch nackt, kreidebleich und zitterte am ganzen Körper. Ihr Blick irrte durch den Raum, suchte verzweifelt nach Elsie im dunklen Zuschauerraum. Aber sie sah nur ihr eigenes, verängstigtes Spiegelbild.

„Subjekt Corinna“, sagte eine kalte, computerisierte Stimme. „Vergehen: Akademisches Versagen, Stufe drei, mit erschwerenden Umständen. Autorisierte Korrektur: Vierundzwanzig Schläge mit dem Rohrstock auf das Gesäß.“

Corinna wurde auf die Liege gezwungen, die sich sofort zu einem Strafbock umformte. Fesseln schlossen sich um ihre Handgelenke und Knöchel. Ein mechanischer Arm senkte sich von der Decke, an seinem Ende ein dicker, flexibler Rohrstock.

Elsie presste ihre Hände gegen den Mund, um nicht aufzuschreien. Das war real. Das geschah wirklich.

Der Arm holte aus. Der erste Schlag war ein scharfes, zischendes Geräusch, gefolgt von Corinnas gellendem Schrei. Elsie zuckte zusammen, als hätte der Schlag sie selbst getroffen. Sie sah, wie eine feine, rote Linie auf der blassen Haut von Corinnas Pobacke aufblühte.

Der zweite Schlag. Ein weiterer Schrei. Der dritte. Der vierte. Die Maschine arbeitete mit einer unheimlichen, unmenschlichen Präzision. Es war kein Akt der Wut. Es war eine kalte, wissenschaftliche Anwendung von Schmerz.

Elsie starrte, unfähig, den Blick abzuwenden. Sie sah nicht nur den Schmerz ihrer Freundin. Sie sah die kalte, sadistische Logik des Systems, dem sie alle ausgeliefert waren. Das war keine Pädagogik. Das war Folter.

Bei jedem Schlag, bei jedem Schrei ihrer Freundin, wuchs in Elsie eine kalte, harte Wut. Eine Wut, die stärker war als ihre Angst. Sie sah die leeren, gleichgültigen Gesichter der Präfekten im Raum. Sie dachte an Lirpas sanftes, grausames Lächeln. Sie dachte an die Lügen, die ihren Eltern erzählt worden waren.

Als der vierundzwanzigste Schlag gefallen war und Corinna schluchzend und gebrochen in den Fesseln hing, verließ Elsie den Zuschauerraum, ihre Knie waren weich, aber ihr Entschluss war hart wie Stahl. Sie ging nicht in ihr Zimmer. Sie ging in den Computerraum, der um diese Zeit leer war. Sie setzte sich an einen der Terminals und begann zu tippen. Ihre Finger flogen über die Tastatur, getrieben von einer verzweifelten, fieberhaften Energie.

„An den ehrenwerten Herrn Abgeordneten Klausen,

mein Name ist Elsbeth Schmidt, und ich bin eine Schülerin im Lirpa Institut. Ich schreibe Ihnen, weil hier schreckliche Dinge geschehen und niemand uns hilft. Sie bestrafen uns für Fehler im Unterricht, indem sie uns zwingen, uns nackt vor allen auszuziehen. Meine beste Freundin musste heute nackt in der Ecke stehen, nur weil sie ihre Lateinkonjugation nicht konnte. Und das war nicht alles. Die Lehrerin hat ihr Klammern an ihre Brustwarzen geheftet, die bedeuteten, dass sie heute Abend noch schlimmer bestraft wurde. Ich musste mitansehen, wie eine Maschine sie mit einem Rohrstock geschlagen hat, vierundzwanzig Mal. Sie hat geschrien und niemand hat ihr geholfen. Gestern wurde ein anderes Mädchen noch brutaler gefoltert … auch zwischen den Beinen und an der Brust. Die Lehrer nennen das Pädagogik, aber es ist nur Grausamkeit. Bitte, Sie müssen etwas tun. Wir haben Angst. Jeden Tag. Bitte helfen Sie uns.

In Hoffnung auf baldige Hilfe, Ihre Elsbeth (Elsie) Schmidt."


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