Beratungsgespräch - Eine Fortsetzung der Internatsgeschichte von orsgeschichten - Chapter 4 | Fet Library

Novella

Birke Becker presents

Beratungsgespräch - Eine Fortsetzung der Internatsgeschichte von orsgeschichten

4.6 (9)

Extreme
Heavy
Light

Chapter 4 of 34

Der Klammercode

[Die zugrundeliegende Idee ist auch von orsgeschichten - der gleichnamigen Geschichte nämlich. Die weitere Handlung ist von der Geschichte ist zumindest in Ansätzen von der Geschichte „Ein Android lernt das Züchtigen” desselben Autors inspiriert. BB]


„Na, da hast du den ersten Tag ja fast überstanden!“, meinte Sarah, als Linda nach der letzten Stunde wieder ins Zimmer kam, um sich vor dem Abendessen etwas zu erholen. Linda hatte die Mitschülerin nicht erwartet.

„Alles etwas schockierend“, meinte sie. „Die Mathelehrerin hat Katrin Wäscheklammern auf die Brüste gesetzt … da war ich schon etwas überrascht …“

„Die Klammern sind ein Code“, erklärte Sarah mit einem resignierten Lächeln. „Grün steht für sechs Schläge, Blau für zwölf und Rot für vierundzwanzig. Rot hat die höchste Klemmkraft. Die Summe aus mindestens zwei Klammern bestimmt, wie viele Schläge auf den nackten Hintern verabreicht werden.“

„Ach, von Professor Lirpa?“

„Nein, von der Züchtigungsmaschine. Sonst käme der gute Professor ja zu nichts anderem mehr. Die Klammern bleiben bis Schulschluss dran, und um zwanzig Uhr, direkt nach dem Abendessen, muss man die vollautomatische Bestrafungssuite aufsuchen. Wenn du willst, zeige ich dir das nach dem Essen. Es gibt einen Zuschauerraum …“

Linda war danach eigentlich nicht zumute, aber sie war doch neugierig … außerdem hatte sie endlich Sarah zum Reden gebracht.

„Gerne, das ist nett von dir“, antwortete sie also. „Hmm, ich wollte fragen, was gibt es denn sonst noch für Strafen?“

„Den Pranger werden sie dir schon erklärt haben, oder? Also, der Klammercode geht noch weiter. Eine Klammer an den Schamlippen hat eine Bedeutung, die du dir denken kannst. Und eine zusätzliche rosa Klammer an der Brust bedeutet, dass die Brüste zusätzlich gezüchtigt werden …“ Sarahs Stimme war zum Schluss nur ein Flüstern, und sie fasste sich an ihre eigene Brust.

Der Rest des Nachmittags verging in einem Nebel aus Schmerz und angespannter Konzentration. Linda durchlitt eine weitere Unterrichtsstunde – Biologie –, in der sie krampfhaft versuchte, jedes Wort über die Feinheiten der Zellteilung in sich aufzusaugen, während ihr geschundener Körper bei jeder kleinsten Bewegung protestierte. Die Bilder aus der Mathestunde brannten sich in ihr Gedächtnis ein: die zitternden Körper in Unterwäsche, die totale Entblößung der beiden Fünfer-Kandidaten und vor allem Katrins gequältes Gesicht mit den grotesken grünen Klammern.

Als die Glocke zum Abendessen läutete, fühlte sich Linda vollkommen erschöpft. Der Gedanke, erneut in den riesigen, lauten Speisesaal zu gehen und unter den wachsamen Augen der Aufseher zu essen, war eine Qual. Doch Sarahs frühere Warnung hallte in ihrem Kopf wider. Nicht zu gehen war keine Option.

„Bereit für Runde zwei?“, fragte Sarah, als sie ihre Bücher schloss. Ihr Ton war leicht, aber ihre Augen verrieten, dass sie Lindas Zustand genau einschätzte.

Linda nickte nur und zwang sich auf die Beine. Der Schmerz war immer noch ein tiefes, pochendes Feuer, aber die scharfen Kanten hatten sich etwas abgeschliffen, ersetzt durch eine dumpfe, alles durchdringende Pein. Sie hatte gelernt, ihre Bewegungen anzupassen, ihren Gang so zu kontrollieren, dass er fast normal aussah, auch wenn es sie eine immense Anstrengung kostete.

Der Speisesaal war eine exakte Wiederholung des Mittagessens, nur dass die Schatten länger waren und die Gesichter der Schüler müder wirkten. Die gedämpfte Geräuschkulisse, das Klappern von Besteck, das Summen von Hunderten von leisen Gesprächen – alles war dasselbe. Linda nahm ihr Tablett, diesmal mit einer Portion Nudeln mit Tomatensoße und einem Salat, und folgte Sarah zu ihrem üblichen Platz. Das Hinsetzen war immer noch eine Tortur, aber diesmal war sie darauf vorbereitet. Sie biss die Zähne zusammen und ließ den Schmerz über sich hinwegrollen, eine Welle aus heißem Eisen, die durch ihren Unterleib schoss.

Als sie aufblickte, begann sie sofort, den Raum abzusuchen. Sie war zu einer unfreiwilligen Soziologin dieses Schreckensregimes geworden. Sie musste wissen, wer wo stand.

Die drei „Vierer“ aus der Mathestunde saßen zusammen an einem Tisch, eine kleine, isolierte Gruppe der Schande. Anna, David und Sophia trugen immer noch nur ihre Unterwäsche. Sie aßen schnell und mit gesenktem Blick, ihre Bewegungen waren klein und unauffällig, als wollten sie die Oberfläche der Realität so wenig wie möglich stören. Sie sprachen nicht miteinander. Ihre gemeinsame Demütigung schien sie nicht zu verbinden, sondern nur noch weiter zu isolieren.

Dann fand Lindas Blick die nächste Stufe der Hierarchie des Versagens. Jessica und Markus saßen an getrennten Tischen, so weit voneinander entfernt, wie es die Sitzordnung zuließ. Beide waren immer noch vollkommen nackt. Jessica sah aus, als wäre sie um Jahre gealtert. Ihre Augen waren leer und rot umrandet, sie stocherte lustlos in ihren Nudeln. Jeder Bissen schien sie unendliche Überwindung zu kosten. Markus' frühere, verräterische Erregung war einer tiefen, knochenharten Scham gewichen. Er saß steif da, die Schultern hochgezogen, und starrte auf sein Tablett, als könnte er durch reine Willenskraft darin versinken. Er aß überhaupt nicht. Er rührte sich nicht einmal. Er war eine Statue des Elends.

Und schließlich Katrin. Sie saß allein an einem kleinen Tisch in der Nähe der Wand, fast im Schatten. Sie war ebenfalls nackt, aber die grünen Klammern waren immer noch an ihren Brustwarzen befestigt. Sie waren wie zwei bösartige, leuchtende Insekten, die sich an ihr festgesaugt hatten. Ihre Haltung war verkrampft und unnatürlich. Sie versuchte, ihre Arme so zu halten, dass sie nicht gegen die Klammern stießen, was ihr Essen zu einem Akt komplizierter Akrobatik machte. Bei jeder kleinen, unachtsamen Bewegung zuckte sie zusammen, und ein leises, schmerzhaftes Zischen entwich ihren Lippen. Die Tränen schienen bei ihr versiegt zu sein, ersetzt durch eine Maske aus stiller, konzentrierter Agonie.

Linda wandte den Blick ab und zwang sich, eine Gabel voll Nudeln in den Mund zu nehmen. Die Soße schmeckte nach nichts. Es war nur Treibstoff. Treibstoff, um diesen Tag zu überstehen.

„Siehst du?“, flüsterte Sarah neben ihr, ohne aufzublicken. „Jeder hat seinen Platz. Jeder weiß, wo er steht. Das ist die Ordnung. Wenn du die Regeln befolgst, bist du sicher. Wenn nicht, wirst du Teil der Warnung für die anderen.“

„Aber… es ist nicht gerecht“, flüsterte Linda zurück, die Worte kratzten in ihrem trockenen Hals. „Eine schlechte Note in Mathe… und dafür das?“

Sarah zuckte mit den Schultern. „Was ist schon gerecht? Ist es gerecht, dass deine Eltern dich hierher geschickt haben, weil du auf einer Party getrunken hast? Sie definieren die Regeln. Sie definieren die Konsequenzen. Unsere Aufgabe ist es nicht, sie zu verstehen. Unsere Aufgabe ist es, ihnen zu gehorchen.“ Sie aß einen Bissen Salat. „Iss auf. Wir wollen nicht zu spät kommen.“

„Zu spät wofür?“, fragte Linda, obwohl sie die Antwort bereits fürchtete.

„Für die Show“, sagte Sarah. „Zwanzig Uhr. Die Bestrafungssuite. Ich habe es dir doch gesagt.“

Nachdem sie ihre Tabletts abgeräumt hatten, führte Sarah sie nicht zurück in Richtung der Schlafsäle. Stattdessen bog sie in einen anderen Korridor ab, einen, den Linda noch nicht gesehen hatte. Er war schmaler und die Beleuchtung war gedämpfter. Die Wände waren hier nicht weiß, sondern in einem kühlen, beruhigenden Grau gestrichen, eine Farbe, die die Schreie zu dämpfen schien, die hier zweifellos schon oft widerhallt waren. Es war der Disziplinartrakt.

Sie kamen an mehreren Türen vorbei, die alle keine Namen, sondern nur Nummern trugen. Am Ende des Ganges befand sich eine schwere Stahltür mit einem kleinen, runden Fenster aus Panzerglas. Daneben war eine weitere, unscheinbarere Tür. Sarah deutete darauf. „Das ist der Zuschauerraum.“

Sie drückte die Klinke und führte Linda in einen fast völlig dunklen Raum. Es dauerte einen Moment, bis sich ihre Augen an die Dunkelheit gewöhnt hatten. Der Raum war klein und spartanisch eingerichtet, mit drei ansteigenden Reihen einfacher Klappsitze, die alle auf eine riesige Scheibe aus dunklem Glas ausgerichtet waren. Es war ein Einwegspiegel.

Ein paar andere Schüler saßen bereits schweigend auf den Stühlen, ihre Silhouetten waren kaum gegen das schwache Licht aus dem Korridor zu erkennen. Es herrschte eine andächtige, fast kirchliche Stille. Niemand sprach. Alle starrten auf die Scheibe.

Sarah führte Linda in die zweite Reihe. „Setz dich“, flüsterte sie.

Linda tat, wie ihr geheißen wurde, und der Schmerz, der durch ihren Körper schoss, war eine scharfe Erinnerung daran, warum sie hier war. Sie war nicht nur eine Zuschauerin. Sie war eine potenzielle Teilnehmerin.

Sie blickte durch die Scheibe. Dahinter lag ein Raum, der so hell erleuchtet war, dass es fast schmerzte. Er war größer, als sie erwartet hatte, und komplett in Weiß gehalten. Die Wände, der Boden, die Decke – alles war aus einem glatten, fugenlosen Material, das an ein Labor oder einen Operationssaal erinnerte. Der Raum war leer, bis auf das eine Objekt in seiner Mitte.

Die Züchtigungsmaschine.

Es war kein mittelalterliches Folterinstrument aus Holz und Eisen. Es war ein Wunderwerk der modernen, grausamen Technik. Ein schlankes, minimalistisches Design aus poliertem Chrom und weißem Polymer. Es bestand aus einer langen, gepolsterten Bank, die in der Mitte hochgewölbt war. An beiden Enden befanden sich komplexe Vorrichtungen mit automatischen, gepolsterten Manschetten für Hand- und Fußgelenke, sowie mehrere Metallarme, die offensichtlich sehr beweglich waren. Und über der Mitte der Bank schwebte ein sehr viel größerer mechanischer Arm, der in einem multifunktionalen Kopf endete. Im Moment war ein breites, glattes Paddel aus schwarzem Karbonfaser darin eingespannt.

Strafautomat

Plötzlich ging auf der anderen Seite des Raumes eine Tür auf und Katrin trat ein. Sie war allein. Sie hatte ihre Kleidung nicht wiederbekommen; sie war immer noch nackt, die grünen Klammern waren noch an ihren Brüsten. Ihre Haut war blass und fleckig im grellen Licht. Sie zitterte am ganzen Körper und stellte sich neben die Maschine.

Eine Stimme erfüllte den Raum. Sie war weiblich, ruhig, emotionslos und kam aus unsichtbaren Lautsprechern. Es war die Stimme der Maschine.

„Subjekt: Katrin Berger. Vergehen: Akademisches Totalversagen, Note Sechs. Bestrafung autorisiert.“

Katrin schloss die Augen und stieß ein leises Wimmern aus.

Zwei der kleinen, beweglichen Arme der Maschine surrten und bewegten sich gleichzeitig auf Katrins Brüste zu. Sie ergriffen die Klammern und rissen sie, ohne sie zu öffnen, ab. Katrin schrie laut auf vor Schmerz.

„Zwölf Schläge auf das Gesäß. Nehmen Sie die Position ein“, befahl die Stimme.

Wie eine Schlafwandlerin bewegte sich Katrin auf die Maschine zu. Sie wusste genau, was zu tun war. Sie legte sich bäuchlings auf die Bank, ihre Hüften genau über dem Knick. Sie streckte ihre Arme und Beine aus. Die Manschetten schlossen sich mit einem leisen Zischen und Surren um ihre Hand- und Fußgelenke und hielten sie sicher fest. Die Bank neigte sich leicht nach vorne, sodass ihr Hintern der höchste Punkt ihres Körpers war, perfekt präsentiert für den mechanischen Arm darüber.

„Position korrekt. Bestrafung beginnt in fünf Sekunden. Fünf… vier… drei… zwei… eins…“

Der mechanische Arm erwachte mit einem leisen Surren zum Leben. Er senkte sich ab, positionierte das Paddel mit unfehlbarer Präzision wenige Zentimeter über Katrins linker Pobacke. Es gab eine Sekunde der Stille.

Dann schlug es zu.

WHACK!

Der Klang war anders als der des Holzpaddels im Büro des Professors. Er war lauter, schärfer, ein trockener, knallender Laut, der keine Wärme hatte. Katrins Körper wurde von dem Schlag durchzuckt, und sie stieß einen gellenden Schrei aus, der selbst durch das dicke Glas noch gedämpft zu hören war.

„Eins“, sagte die computerisierte Stimme.

Der Arm zog sich zurück, schwang auf die andere Seite und positionierte sich erneut.

WHACK!

„Zwei.“

Katrin schrie wieder, diesmal ein heiseres, verzweifeltes Geräusch.

Die Maschine arbeitete mit einer unerbittlichen, rhythmischen Effizienz. Der Arm schwang hin und her, die Schläge fielen abwechselnd auf die linke und rechte Pobacke, jeder einzelne mit exakt der gleichen Geschwindigkeit und Kraft. Es war kein Akt der Wut oder des Zorns. Es war reine, kalte, berechnete Korrektur.

WHACK! „Drei.“ WHACK! „Vier.“

Katrins Schreie gingen in ein ununterbrochenes, herzzerreißendes Wimmern über. Ihr Körper zuckte bei jedem Schlag, aber die Fesseln hielten sie unbarmherzig an ihrem Platz.

Linda saß im Dunkeln und starrte, unfähig, den Blick abzuwenden. Ihr Magen drehte sich um. Das war schlimmer als die eigene Bestrafung. Die Anwesenheit des Professors war persönlich, menschlich gewesen, wenn auch grausam. Dies hier war etwas anderes. Es war entmenschlicht. Es war die Logik des Systems in ihrer reinsten, schrecklichsten Form.

Zwölf Schläge. Sie waren erst bei sechs.

WHACK! „Sieben.“ WHACK! „Acht.“

Katrins Pobacken waren bereits tiefrot, und bei jedem neuen Schlag konnte Linda fast sehen, wie sich Striemen bildeten. Das Mädchen schluchzte jetzt nur noch, hemmungslose, verzweifelte Laute des Schmerzes.

Linda fühlte, wie ihr die Tränen über die Wangen liefen. Sie weinte nicht nur um Katrin. Sie weinte um sich selbst, um Jonas, um Lena, um sie alle. Sie waren nur noch Daten in einem System, Variablen in einer Gleichung der Disziplin.

Die Schläge gingen weiter, unaufhaltsam, bis die computerisierte Stimme endlich sagte:

WHACK! „Zwölf.“

Der mechanische Arm zog sich in seine Ruheposition zurück. Die Manschetten an Katrins Hand- und Fußgelenken öffneten sich mit einem leisen Klicken.

„Bestrafung abgeschlossen. Verlassen Sie den Raum unverzüglich.“

Katrin rührte sich eine lange Zeit nicht. Sie lag einfach da, ein zitterndes, geschundenes Bündel auf der weißen Bank. Schließlich, mit einer Bewegung, die unendlich langsam und schmerzhaft aussah, stützte sie sich auf und rutschte von der Maschine. Sie konnte kaum stehen. Sie hielt sich an der Bank fest, ihr ganzer Körper bebte. Dann stolperte sie, ohne sich umzudrehen, in Richtung der Tür, durch die sie gekommen war, und verschwand.

Das Licht im weißen Raum erlosch.

Im Zuschauerraum war es wieder stockdunkel und still. Linda wollte schon aufstehen, da ging das Licht im weißen Raum wieder an. Eine Tür auf der anderen Seite des Raumes ging auf und ein Linda bislang unbekannter Junge kam herein. Er war auch vollkommen nackt. An seinem erigierten Glied war eine blaue Klammer befestigt.

Die Frauenstimme erklang wieder:

„Subjekt: Georg Auwanger. Vergehen: Versuchte Selbstbefriedigung im Unterricht. Bestrafung autorisiert.“

Georg wusste, was zu tun war, und stellte sich neben die Maschine, die, wie zuvor bei Katrin, die Klammer abriss.

„Zwölf Schläge zwischen die Beine. Nehmen Sie die Position ein“, befahl die Stimme.

Georg legte sich mit dem Gesicht nach unten auf die Pritsche. Wie bei Katrin schlossen sich Manschetten an Hand- und Fußgelenken. Dann surrte die Maschine: Die Pritsche änderte die Position, wurde in der Mitte erhöht, während seine Beine gespreizt wurden. Seine Hoden hingen nun frei herunter.

Der mechanische Arm hatte nun einen Kochlöffel an seinem Ende. Dieser bewegte sich in Position und schnellte auf Georgs Familienjuwelen. Zwölfmal. Georg blieb zunächst ruhig, begann aber ab dem achten Schlag mit jedem Aufprall des Löffels gegen seine Hoden aufzujaulen wie ein kleiner Hund. 

Dann war es vorbei. Er verließ auf Aufforderung der Stimme gebückt und sich die Genitalien haltend den Raum. Im Zuschauerraum ging das Licht an. Langsam standen die anderen Schüler auf und gingen leise.

„Komm“, sagte Sarah sanft. „Es ist vorbei.“

Linda stand auf, ihre Beine waren steif und fühlten sich fremd an. Sie folgte Sarah aus dem Raum, zurück in den stillen, grauen Korridor. Sie gingen schweigend zurück zu ihrem Zimmer.

Als die Tür hinter ihnen ins Schloss fiel, lehnte sich Linda dagegen und atmete zitternd aus.

„Jetzt verstehst du es“, sagte Sarah. Es war keine Frage.

Linda nickte, unfähig zu sprechen. Sie verstand. Oh ja, sie verstand es vollkommen. Sie verstand die kalte, unerbittliche Logik dieses Ortes. Sie verstand, dass ihr Schmerz, ihre Angst, ihre Demütigung nicht das Ende waren. Sie waren erst der Anfang. Sie waren die erste Lektion in einer langen, harten Ausbildung. Und sie wusste mit einer schrecklichen, eisigen Klarheit, dass sie alles, absolut alles tun würde, um nie wieder eine dieser Lektionen zu benötigen. Ihr altes Leben war vorbei. Ihre Rebellion war vorbei. Ab heute war sie eine Schülerin. Nichts weiter.


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