Beratungsgespräch - Eine Fortsetzung der Internatsgeschichte von orsgeschichten - Chapter 9 | Fet Library

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Birke Becker presents

Beratungsgespräch - Eine Fortsetzung der Internatsgeschichte von orsgeschichten

4.6 (9)

Extreme
Heavy
Light

Chapter 9 of 34

Fixiert and geschunden auf dem Schulhof ...

Die Nacht war für Linda nicht existent. Sie war ein schwarzes Loch, ein Vakuum ohne Schlaf, ohne Träume, nur gefüllt mit der kalten, scharfen Gewissheit des bevorstehenden Morgens. Als die erste blasse Dämmerung durch das Fenster ihres Zimmers sickerte, war sie bereits wach. Sie hatte nicht geschlafen. Sie hatte nur gewartet.

Um Punkt viertel vor acht ging die Tür auf. Es war nicht Sarah. Es waren zwei ältere Schüler, Präfekten, deren Gesichter ausdruckslose Masken waren. Sie trugen die makellose Uniform der Schule wie eine Rüstung.

„Meier. Es ist Zeit“, sagte einer von ihnen.

Sie führten sie aus dem Zimmer. Linda trug wieder das dünne, durchsichtige Hemd, das man ihr am Vortag gewährt hatte. Es bot keinerlei Schutz vor der Kühle der morgendlichen Korridore oder den Blicken der wenigen Frühaufsteher, die ihnen begegneten. Der Weg führte sie nicht zum Speisesaal, sondern direkt nach draußen, in den zentralen Hof der Schule. Der Bau der Schule vor wenigen Jahren wäre fast nicht genehmigt worden, weil auf ihrem Grundstück eine zweihundert Jahre alte Eiche stand, die naturgeschützt war. Ein genialer Architekt war aber auf den Einfall gekommen, die Schule einfach um den Baum herum zu bauen, und so war dieser Mittelhof entstanden, gezäumt von Klassenzimmerfenstern. 

Dort war bereits alles vorbereitet. Die gesamte Schülerschaft, Hunderte von Jungen und Mädchen, stand in geordneten, stillen Reihen an den Rändern des großen, gepflasterten Platzes. Auch an den Fenstern hatten sich Schüler positioniert, um einen besseren Blick zu haben. Es war keine laute, johlende Menge. Es war eine disziplinierte, schweigende Versammlung, die einer öffentlichen Hinrichtung beiwohnte. Ihre Anwesenheit war Teil des Rituals, Teil der Lektion. Die kahlen Äste der Eiche ragten wie knochige Finger in den grauen Morgenhimmel. Am Fuße des Baumes waren zwei schwere Eisenringe im Boden verankert. Von einem dicken Ast direkt darüber hingen zwei Seile herab, an deren Enden etwas kleinere Manschetten baumelten.

Professor Lirpa stand auf den Stufen des Hauptgebäudes, flankiert von Frau Schmidt und der Oberschwester. Sein Gesicht war ruhig und unbewegt, als er das Schauspiel überblickte.

Die beiden Präfekten führten Linda zu dem Baum. Ein dritter, größerer Schüler trat vor. Er war der Oberpräfekt, ein Junge namens Alexander, dessen Ruf ihm vorauseilte. Er war bekannt für seine unbedingte Loyalität zum System und seine effiziente, fast gefühllose Ausführung von Befehlen.

„Hemd ausziehen“, befahl Alexander, seine Stimme war klar und laut, für jeden im Hof verständlich.

Mit zitternden Fingern zog Linda das letzte verbliebene Kleidungsstück aus. Sie stand nun wieder vollkommen nackt vor den Augen der gesamten Schule. Die kühle Morgenluft legte sich wie ein Leichentuch auf ihre Haut.

Zwei Präfekten ergriffen ihre Arme und zwangen sie zu den herabhängenden Seilen. Die Manschetten schlossen sich kalt und schwer um ihre Handgelenke. Langsam, unaufhaltsam zogen die Präfekten an den Seilen. Ihre Arme wurden nach oben gerissen, ihre Schultergelenke schrien unter der unnatürlichen Belastung, die drohte, sie aus den Pfannen zu reißen.

Gleichzeitig befestigten andere ihre Knöchel an den Eisenringen im Boden. Die Ketten waren kurz und unnachgiebig; sie zwangen ihre Beine in eine weite, unnatürliche Spreizung. Für einen schrecklichen Moment hing ihr gesamtes Gewicht an den Armen, ihre Füße baumelten Zentimeter über dem rauen Pflaster.

Dann wurden die Seile an ihren Armen einen Hauch gelockert, gerade so weit, dass die Spitzen ihrer Zehen den Boden berührten. Aber es war keine Erleichterung. Es war nur die Wahl einer anderen Qual. Ihr Gewicht, das nun auf den Zehenspitzen lastete, schickte brennende Krämpfe durch ihre Waden und Oberschenkel. Die unnatürliche Spreizung zerrte an den Muskeln ihrer Leisten, ein reißender Schmerz, der mit jeder Sekunde unerträglicher wurde.

Um diesen Schmerz zu lindern, musste sie sich leicht in die Seile hängen lassen und das Gewicht wieder auf ihre Arme verlagern. Doch das brachte die Agonie in ihren Schultern zurück, ein Gefühl, als würden ihre Gelenke endgültig zerreißen. So begann ein stiller, verzweifelter Tanz. Ein unmerkliches Verlagern des Gewichts, ein ständiger Wechsel zwischen dem Feuer in ihren Beinen und dem reißenden Schmerz in ihren Armen. Jede Position war eine Hölle, und jede Flucht führte nur in die nächste.

Sie war nicht nur gefesselt. Sie war in einem perfekten Gleichgewicht der Qual gefangen, ein lebendes Exponat, das sich nicht mehr bewegen, nicht mehr zusammenkauern konnte.

Alexander trat einen Schritt zurück und betrachtete sein Werk. Dann nahm er das Instrument entgegen, das ihm ein anderer Präfekt reichte. Es war eine einschwänzige Peitsche aus schwarzem, geschmeidigem Leder.

„Die Bestrafung für den tätlichen Angriff auf einen Mitschüler beginnt“, verkündete Alexander mit lauter Stimme. „Erste Serie. Acht Uhr. Zehn Hiebe auf die Vorderseite.“

Er trat vor Linda. Sie hing vor ihm, hilflos, ihre Augen weit aufgerissen vor Entsetzen. Sie presste die Augen zusammen und spannte jeden Muskel an. Sie hörte das leise Zischen der Peitsche, als sie durch die Luft schnitt.

Der erste Hieb traf sie quer über den Bauch, von der Hüfte bis knapp unter die Rippen. Der Schmerz war ein weißglühender Schock. Er war anders als alles, was sie bisher erfahren hatte. Er war nicht dumpf wie das Paddel, nicht schneidend wie das Lineal, nicht stechend wie die Ruten. Er war ein reißender, brennender Schmerz, der tief unter die Haut zu dringen schien. Ein gellender Schrei entrang sich ihrer Kehle, ein tierischer Laut, der über den totenstillen Hof hallte.

„Eins“, zählte Alexander emotionslos.

Der zweite Schlag landete etwas tiefer, über ihrem Schambein. Wieder der unvorstellbare Schmerz, wieder ein Schrei.

„Zwei.“

Die Peitsche tanzte über ihren Körper. Der dritte Schlag war ein Meisterwerk der Grausamkeit. Alexander schwang die Peitsche in einem perfekten, horizontalen Bogen. Die Peitsche traf mit unfehlbarer Präzision quer über Lindas Brust und erwischte beide Brustwarzen gleichzeitig. Der Schmerz war so scharf und so anders, eine Explosion aus reiner Agonie, dass ihr Schrei in einem erstickten Keuchen stecken blieb. Ein leises, anerkennendes Raunen ging durch die Reihen der Schüler, gefolgt von einem kurzen, höflichen Applaus, fast wie bei einem Tennisspiel in Wimbledon. Alexander ließ die Wirkung des Schlages einen Moment lang nachklingen, bevor er fortfuhr. Die folgenden Hiebe wanderten langsam, fast methodisch, an ihrem Körper hinab. Ein Schlag auf den oberen Bauch, der sie nach Luft schnappen ließ. Ein weiterer auf den Oberschenkel, der ihre Muskeln erzittern ließ. Die Striemen zeichneten ein grausames Muster auf ihrer Haut. Der letzte Schlag der Serie war langsam und überlegt. Das Ende der Peitsche landete mit einer zentimetergenauen Präzision genau auf der empfindlichsten Stelle zwischen ihren weit gespreizten Beinen, ein brennender Punkt reiner Folter, der sie in eine neue, tiefere Ebene des Schmerzes stieß.

Nach dem zehnten Schlag ließ Alexander die Peitsche sinken.

„Erste Serie abgeschlossen“, verkündete er. „Die nächste Serie erfolgt in einer Stunde.“

Ein leises, beinahe unhörbares, kollektives Ausatmen ging durch die Menge der Schüler. Dann, auf ein Zeichen von Professor Lirpa, löste sich die Versammlung in geordneter Stille auf. Die Schüler gingen zu ihrem ersten Unterricht. Der Hof leerte sich, bis nur noch Linda übrig war, an den Baum gefesselt, ihr Körper ein zitterndes, geschundenes Wrack.

Die Sonne kroch langsam über die Dächer der Gebäude und ihre ersten Strahlen trafen ihre Haut. Die Wärme war keine Wohltat. Sie schien die Striemen nur noch mehr zum Brennen zu bringen. Sie hing da, unfähig, sich zu bewegen, unfähig, sich zu schützen. Jedes Geräusch ließ sie zusammenzucken. Das Zwitschern eines Vogels, das entfernte Läuten einer Glocke, das Geräusch von Schritten.

Schritte kamen näher, etwa zehn Minuten vor neun. Sie wagte es nicht, den Kopf zu heben. Ein Paar der vorschriftsmäßigen schwarzen Schuhe kam in ihr Blickfeld und blieb stehen. Es war Daniel. Sein Gesicht war blass, seine Augen voller Qual. In seiner Hand hielt er die einschwänzige Peitsche, das Instrument für die nächste Runde.

„Sie haben mich geschickt“, flüsterte er, seine Stimme zitterte. „Es ist meine Stunde. Zehn Hiebe. Auf den Rücken. Linda, ich... ich habe keine Wahl. Wenn ich es nicht tue, werden sie...“ Er verstummte und blickte hilflos auf den Boden.

Linda sagte nichts. Sie konnte nicht. Was sollte sie sagen? Sie verstand sein Dilemma. Er war ein Opfer wie sie, nur auf eine andere Weise. Er war gezwungen, zum Täter zu werden, um nicht selbst wieder zum Opfer zu werden.

Die Minuten krochen dahin. Die Stille zwischen ihnen war schwer und erstickend. Dann, ein paar Minuten vor der vollen Stunde, hörte sie weitere Schritte. Alexander und die anderen Präfekten traten auf den Hof, um die Prozedur zu beaufsichtigen. Im selben Moment schrillte die Schulglocke, ihr lautes, unbarmherziges Läuten verkündete das Ende der Schulstunde und den Beginn ihrer nächsten Qual. Wie auf Kommando öffneten sich die Fenster der umliegenden Gebäude. In jedem Rahmen erschienen die Gesichter von Schülern, neugierig, verängstigt, manche sogar gelangweilt. Sie waren das Publikum für dieses stündliche Ritual.

Alexander blickte auf die große Uhr über dem Hauptportal. „Es ist Zeit.“

Daniel schluckte schwer. Er trat hinter Linda, das Leder der Peitsche fühlte sich in seiner schweißnassen Hand fremd an. Er holte aus. Der erste Hieb traf sie quer über die Schulterblätter. Der Schmerz explodierte auf ihrem Rücken, frisch und scharf auf den bereits existierenden Striemen. Sie schrie erneut, aber ihre Stimme war schon heiser.

Zwei. Daniel zwang sich, den nächsten Schlag auszuführen. Die Peitsche landete etwas tiefer, hinterließ eine weitere rote Linie auf ihrer Haut. Er sah, wie sich ihr ganzer Körper unter dem Aufprall anspannte, ein Bogen aus reinem Schmerz. In einem der Fenster kicherte ein Mädchen, bevor sie von ihrer Freundin zum Schweigen gebracht wurde. Daniel spürte, wie ihm die Schamesröte ins Gesicht stieg. Und er spürte etwas anderes, tief in seinem Inneren – ein dunkles, verräterisches Pochen.

Drei. Er versuchte, mechanisch zu sein, ein reines Werkzeug der Bestrafung. Der Hieb traf ihre Taille. Er hörte sie keuchen. Er sah aus den Augenwinkeln die faszinierten Gesichter in den Fenstern. Sie sehen mich an, dachte er. Sie sehen, was ich tue. Ein Gefühl von Macht, ungewollt und abstoßend, durchfuhr ihn. Er spürte ein Ziehen in seiner Leiste und hasste sich dafür.

Vier. Der Schlag war ungenau, traf sie auf der Seite. Sie stieß einen Wimmerlaut aus. Konzentrier dich, schalt er sich innerlich. Tu es einfach und bring es hinter dich. Aber er konnte sich nicht konzentrieren. Sein Verstand war ein Chaos aus Mitleid, Selbsthass und dieser neuen, schrecklichen Erregung.

Fünf. Die Hälfte war geschafft. Die Peitsche hinterließ eine perfekte, blutrote Linie auf ihrem unteren Rücken. Er sah, wie sich Gänsehaut auf ihrer Haut bildete, sah die feinen Härchen sich aufstellen. Die Intimität dieses Details, die unfreiwillige Reaktion ihres Körpers, war fast unerträglich. Er spürte, wie seine eigene körperliche Reaktion stärker wurde, eine harte, unübersehbare Beule in seiner Hose. Oh Gott, lass es niemanden sehen.

Sechs. Er schlug härter zu, als wollte er sich selbst bestrafen. Linda schrie auf, ihr Körper zuckte heftig. Der Schrei schien das Feuer in ihm nur noch anzufachen. Er war ein Monster. 

Sieben. Er sah, wie an der Stelle des letzten Hiebes ein winziger Blutstropfen perlte und langsam ihre Haut hinunterlief. Die Schüler in den Fenstern waren nun totenstill, ihre Gesichter waren an die Scheiben gepresst. Sie waren nicht mehr nur Zuschauer. Sie waren Komplizen.

Acht. Er schloss die Augen und schlug blindlings zu. Er wollte es nicht mehr sehen. Aber er hörte den nassen, schmatzenden Laut des Aufpralls, hörte ihr ersticktes Schluchzen.

Neun. Nur noch einer. Er öffnete die Augen. Ihr Rücken war eine Landkarte aus roten und violetten Striemen. Er wusste, dass er ihr Narben zufügte, die sie für immer tragen würde. Und er wusste, dass er die Erinnerung an diesen Moment, an sein eigenes, verräterisches Verlangen, ebenfalls für immer in sich tragen würde.

Zehn. Der letzte Schlag. Er legte all seine Verwirrung, all seinen Zorn auf sich selbst, all seine schreckliche Lust in diesen einen, letzten Hieb. Die Peitsche knallte wie ein Pistolenschuss. Lindas Körper erschlaffte in den Fesseln, ihr Kopf sank nach vorne.

Daniel trat zurück, keuchend, die Peitsche fiel aus seiner schlaffen Hand. Er starrte auf sein Werk, auf den geschundenen Körper des Mädchens, das er angegriffen hatte, um sich selbst zu schützen. Und er fühlte nichts als eine tiefe, kalte Leere.

Die Glocke läutete zur nächsten Stunde. Die Gesichter verschwanden aus den Fenstern. Der Hof wurde wieder still. Daniel wurde von Alexander mit einem knappen Nicken entlassen und stolperte davon. Linda hing allein in der Stille und wartete auf die nächste volle Stunde.

Um zehn Uhr schrillte die Glocke erneut. Die Fenster füllten sich wieder. Diesmal trat ein anderer Präfekt auf den Hof, ein Junge namens Julian, dessen kalte Augen und ruhige Haltung eine natürliche Autorität ausstrahlten. In seiner Hand hielt er nicht die Peitsche, sondern einen dünnen, flexiblen Rohrstock aus Rattan.

„Aufgrund des Zustands des primären Bestrafungsbereichs, also ihres Gesäßes“, verkündete er mit der unbeteiligten Stimme eines Arztes, „wurde eine Anpassung des Protokolls für notwendig erachtet. Um eine ordnungsgemäße Heilung zu gewährleisten und dennoch die notwendige Lektion zu erteilen, wird die heutige Korrektur zum Wohl der Schülerin auf einen sekundären Bereich verlagert. Die Brüste.“

Ein leises, ersticktes Raunen ging durch die Zuschauer in den Fenstern. Dies war eine neue, intime Grausamkeit. Linda spürte, wie ihr Magen sich zu einem eisigen Knoten zusammenzog.

Julian trat vor sie. Er berührte sie nicht. Er betrachtete sie nur mit dem kühlen Interesse eines Bildhauers, der sein Material studiert. „Zehn Hiebe“, sagte er, mehr zu sich selbst als zu ihr.

Der erste Schlag war unglaublich schnell. Das Ende des dünnen Rohrstocks traf ihre linke Brustwarze mit einer brennenden, präzisen Grausamkeit. Der Schmerz war völlig anders als der der Peitsche. Er war nicht reißend, sondern stechend, ein elektrischer Schock, der direkt in ihr Nervenzentrum zu schießen schien. Sie schrie auf, ein hoher, schriller Laut, der in den Mauern des Hofes widerhallte.

Julian wartete, bis ihr Schrei verklungen war. Dann schlug er erneut zu, diesmal auf die rechte Brustwarze. Wieder der Blitz aus reinem Schmerz, wieder ein Schrei. Er arbeitete methodisch, abwechselnd links und rechts, eine kalte, systematische Zerstörung. Die Schüler in den Fenstern waren totenstill, ihre Gesichter waren eine Mischung aus Entsetzen und gebannter Faszination.

Nach den ersten vier Schlägen änderte Julian seine Taktik. Die nächsten Hiebe landeten nicht mehr auf den Brustwarzen, sondern auf der weichen, empfindlichen Unterseite ihrer Brüste. Der Schmerz war dumpfer, aber tiefer, ein Gefühl, als würde man ihr Inneres zerquetschen. Sie schluchzte unkontrolliert, Tränen liefen ihr über die Wangen, aber sie konnte sich nicht krümmen, konnte ihre geschundenen Körperteile nicht schützen.

Die letzten beiden Schläge waren wieder für die Brustwarzen reserviert. Als der zehnte und letzte Hieb fiel, war ihre Brust eine geschwollene, blutrote Masse, überzogen mit feinen, präzisen Striemen. Sie hing in ihren Fesseln, keuchend, unfähig, einen klaren Gedanken zu fassen, ertrinkend in einem Meer aus Schmerz und Demütigung.

Die Glocke läutete das Ende der Stunde ein. Julian verbeugte sich leicht in Richtung des Hauptgebäudes und verließ den Hof. Die Fenster leerten sich. Die Stille kehrte zurück, nur unterbrochen von Lindas leisem, schmerzhaftem Wimmern.

Um elf Uhr trat Alexander wieder auf den Hof, diesmal mit der schweren Peitsche. Er verschwendete keine Worte. Zehn harte, präzise Schläge auf ihren Rücken, die die alten Wunden wieder aufrissen und neue hinzufügten. Linda schrie, bis ihre Stimme nur noch ein heiseres Krächzen war.

Um zwölf Uhr war es eine Präfektin, ein Mädchen namens Isabelle mit kalten, entschlossenen Augen. Sie trug den leichten Rohrstock. „Vorderseite“, sagte sie nur. Zehn schnelle, zischende Hiebe auf Lindas Bauch und Oberschenkel, die sie nach Luft schnappen und in ihren Fesseln winden ließen. Die Präfektin schien eine fast klinische Freude an ihrer Aufgabe zu haben, ihre Bewegungen waren präzise und unbarmherzig. Sie achtete darauf, die bereits schwer verletzte Brust zu meiden, konzentrierte sich aber auf die empfindliche Haut ihres Magens, bis dieser von einem Netz feiner roter Linien überzogen war.

Um dreizehn Uhr läutete die Glocke zur Mittagspause. Die Schüler strömten nicht wie sonst lachend und redend auf den Hof. Sie kamen langsam, in kleinen, stillen Gruppen. Sie bildeten einen großen, respektvollen Kreis um den Baum. Dies war nun das Zentrum ihrer Welt. Das Essen wurde auf Tabletts nach draußen gebracht. Sie aßen schweigend und sahen zu.

Die Oberschwester trat aus dem Hauptgebäude, gefolgt von Daniel, der kreidebleich war. Die Schwester trug eine kleine Ledertasche.

„Aufgrund der erheblichen Traumatisierung des Brustbereichs“, verkündete die Oberschwester mit ihrer sterilen, emotionslosen Stimme, „hat die Schülerin Meier darum gebeten, das Ziel der nächsten Korrektur zu verlagern, um eine weitere Beschädigung zu vermeiden.“

Eine dreiste, grausame Lüge. Linda starrte sie mit ungläubigen Augen an.

„Ihrem Wunsch wurde stattgegeben“, fuhr die Schwester fort. „Die Lektion wird nun auf den Bereich verlagert, der die ursprüngliche Verfehlung – den tätlichen Angriff, der aus einem Kontrollverlust entstand – am direktesten repräsentiert. Die Vulva.“

Ein schockiertes, ersticktes Raunen ging durch die Menge. Daniel, der neben der Schwester stehen musste, schien zu schrumpfen.

Die Oberschwester öffnete ihre Tasche und holte einen kurzen, dünnen Riemen aus Walrossleder hervor, ein Instrument, das für seine Fähigkeit bekannt war, einen brennenden, oberflächlichen Schmerz zu verursachen. „Präfekt Daniel“, sagte sie, ohne ihn anzusehen. „Der Professor hat angeordnet, dass Sie genau zuschauen. Sie müssen die korrekte medizinische und pädagogische Anwendung dieser Methode studieren.“

Sie trat an die zitternde, völlig entblößte Linda heran. Mit einer schnellen, geübten Bewegung verabreichte sie den ersten Schlag. Lindas Schrei war so schrill, so voller Schock und Demütigung, dass einige der jüngeren Schülerinnen zusammenzuckten und wegschauten. Aber die meisten starrten weiter, gebannt von diesem neuen, unvorstellbaren Niveau der Grausamkeit. Die Oberschwester arbeitete mit der Präzision einer Chirurgin, jeder der zehn Schläge traf sein Ziel mit unbarmherziger Genauigkeit.

Um vierzehn Uhr war es wieder Julian mit einer leichteren Peitsche auf den Rücken. Um fünfzehn Uhr Alexander mit der Peitsche auf der Vorderseite. Wieder vermied er die Brüste - bis auf einen Schlag, der wohl nicht so gedacht gewesen war, der aber umso mehr weh tat, weil sich die Peitsche förmlich um ihre linke Brust wickelte. Die Stunden verschwammen für Linda zu einem endlosen Zyklus aus Schmerz, Demütigung und dem unbarmherzigen Läuten der Glocke.

Als die Glocke um sechzehn Uhr das Ende des Schultages ankündigte, versammelte sich die gesamte Schülerschaft erneut auf dem Appellplatz. Es war Zeit für die letzte öffentliche Serie. Die Luft war schwer von Erwartung.

Alexander trat vor. Er blickte nicht auf Linda, sondern auf Daniel, der am Rande der Menge stand, eine gebrochene Gestalt. „Daniel. Die letzte Lektion des Tages obliegt Ihnen. Sie haben den Kreis begonnen, Sie werden ihn beenden.“

Er reichte ihm den dünnen Lederriemen, den die Oberschwester benutzt hatte.

Daniel schüttelte den Kopf, Tränen liefen ihm über die Wangen. „Ich kann nicht...“

„Das war keine Bitte“, sagte Alexander kalt.

Langsam, wie ein Mann, der zu seiner eigenen Hinrichtung geht, trat Daniel vor. Er nahm den Riemen. Er stand vor Linda, vor ihrem geschundenen, blutenden Körper. Ihre Augen trafen sich. In ihren lag nichts mehr. Keine Wut, keine Angst, nur eine unendliche, leere Leere.

„Zehn Hiebe. Auf die Vulva“, befahl Alexander.

Daniel schluchzte, hob den Riemen und schlug zu.

Als es vorbei war, gab Professor Lirpa den Präfekten ein Zeichen. Sie lösten die Seile von Lindas Handgelenken. Ihr Körper sackte schlaff nach vorne, nur noch von den Fesseln an ihren Knöcheln gehalten. Die Oberschwester und zwei Sanitäter kamen mit einer Trage. Sie lösten die letzten Fesseln, hoben den leblosen, geschundenen Körper ihrer Tochter auf, deckten ihn mit einem weißen Laken zu und trugen sie weg.

Die Schüler wurden entlassen. Der Hof leerte sich. Professor Lirpa blieb einen Moment stehen, blickte auf den leeren Platz unter dem Baum, ein zufriedener Ausdruck auf seinem Gesicht.


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